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Preise erhöhen, ohne Gäste zu verlieren.

Eine Preiserhöhung ist eine der wirkungsstärksten Marken- Entscheidungen, und gleichzeitig eine der angstbehaftetsten. Wer gut vorbereitet erhöht, riskiert kaum Mengen-Einbruch. Wer schlecht erhöht, vergrätzt Stammgäste. Hier sind die Schritte, die Sie vor der nächsten Karten-Aktualisierung gehen sollten.
Autor: Mert BiberVeröffentlicht: Aktualisiert: Lesedauer: ≈ 6 Min.

Wann erhöhen?

Drei klare Anlässe rechtfertigen eine Preiserhöhung im Markt: gestiegene Wareneinsatzkosten, Mindestlohn- oder Tarif-Anpassungen und Sortimentsveränderungen (z.B. Umstellung auf Bio).

Was Sie vermeiden sollten: kleine, häufige Anpassungen alle drei Monate. Gäste merken das, fühlen sich unsicher und prüfen Karten häufiger. Besser: ein bis zwei größere Anpassungen pro Jahr, mit klarer Kommunikation.

Wie viel ist sinnvoll?

  • Pauschal +5 bis +8 Prozent in einer Anpassung sind im DACH-Markt akzeptiert
  • Über +10 Prozent in einer Anpassung führen oft zu sichtbaren Mengen-Reaktionen
  • Selektive Anpassung (nur Hauptgerichte, oder nur teure Zutaten) kann höher gehen, wenn die Karte differenziert genug ist
  • Bei Bestseller-Gerichten konservativer erhöhen als bei Randgerichten

Vor der Erhöhung: durchrechnen

  1. 1

    Mengeneffekt schätzen

    Wie reagieren Gäste auf 5 Prozent Aufschlag? Bei Biber-Twin lässt sich das aus eigenen Vorgängern oder Branchen-Mustern abschätzen, mit Konfidenz.

  2. 2

    Marge gegenrechnen

    Wenn die Menge um 3 Prozent fällt und der Preis um 5 Prozent steigt, ist das eine Marge-Verbesserung. Wenn die Menge um 8 Prozent fällt, kostet die Anpassung mehr, als sie bringt.

  3. 3

    Karten-Mix neu denken

    Eine Preiserhöhung ist der richtige Moment, niedrigmargige Klassiker durch besser kalkulierte Alternativen zu ersetzen.

Kommunikation

Stammgäste reagieren auf Preiserhöhungen weniger mit dem Geldbeutel als mit dem Gefühl. Eine Karte, die stillschweigend teurer wird, irritiert. Eine Karte mit erkennbarer Aufwertung (neue Zutaten, neue Lieferanten, neue Gerichte) wird akzeptiert.

Auch hilfreich: Eine kurze Erklärung am Anfang der Karte oder am POS, „Wir haben unsere Karte überarbeitet und einige neue Lieferanten eingeführt.“ Gäste schätzen Transparenz mehr als Schein-Stabilität.

Über den Autor

Wer das geschrieben hat

Mert Biber

Gründer Biber-Twin · 10+ Jahre in der Branche

Mert Biber arbeitet seit über zehn Jahren an Software für mittelständische Betriebe in der DACH-Region und hat in den vergangenen Jahren Datenflüsse aus Kasse, Buchhaltung und Schichtplan in Restaurants, Cafés, Bäckereien und Filialbetrieben zusammengeführt. Vor Biber-Twin war er als Software-Architekt in Beratungs- und Produktteams tätig und hat operative Auswertungen für Multi-Standort-Gastronomie aufgebaut. Die Branchen-Korridore und Praxis-Hinweise in diesen Inhalten stammen aus anonymisierten Auswertungen über aggregierte SumUp- und SevDesk-Datensätze von rund 120 Gastronomie- und Filialbetrieben aus dem Zeitraum 2022 bis 2026, ergänzt durch Branchenberichte von DEHOGA und Strukturdaten des Statistischen Bundesamts. Die Methodik wird quartalsweise überprüft und ist auf Anfrage in der vollständigen Variante verfügbar.

Kontakt: support@biber-twin.de · LinkedIn

Quellen für Branchenwerte: DEHOGA, Destatis, eigene anonymisierte Auswertungen.

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